Historie

Die Geschichte des VMWJ - aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt

Der Verband der Medizin- und Wissenschaftsjournalisten e. V. (VMWJ) hat sich 2012 erstmals der Fachöffentlichkeit vorgestellt. Unter diesem Namen haben sich die drei früheren Organisationen „Vereinigung der Deutschen Medizinischen Fach- und Standespresse e. V.“, „Arbeitskreis Medizinpublizisten/Klub der Wissenschaftsjournalisten e. V.“ und „Kollegium der Medizinjournalisten“ in einem einzigen Verein zusammengeschlossen. - Mit den vorstehenden Hyperlinks rufen Sie historische Betrachtungen der früheren Organisationen auf.


Aus Perspektive der Deutschen Vereinigung der Medizinischen Fach- und Standespresse e. V.

(Text des Mitgliederrundschreibens zum 100-jährigen Bestehen.)

Am 25. September 1894 wurde die Vereinigung der Deutschen Medizinischen Fach- und Standespresse gegründet.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann die moderne naturwissenschaftliche Phase der Medizin. Physik, Chemie und Biologie befruchteten sie ungemein und führten zu einem neuen Selbstverständnis. Die ersten pathogenen Bakterien wurden entdeckt, die Hygiene begann ihren Siegeszug, und die Chirurgie übernahm mit der neuentwickelten "Asepsis" die Spitze des medizinischen Fortschritts. Gleichzeitig war die Spezialisierung in immer neue Fachgebiete infolge der ungeheuren Wissensexplosion nicht mehr aufzuhalten.

Mit der rapiden Entwicklung der Medizin entstanden immer mehr Spezialverlage und Publikationen. Während die Zahl der deutschen medizinischen Fachzeitschriften 1890 noch etwa 150 betrug, waren es 1904 bereits ca. 204. Diese Flut der Publikationen wurde nicht nur begrüßt, sondern auch vehement kritisiert. Keinesfalls wurde darin nur der Maßstab für die Fruchtbarkeit der medizinischen Forschung gesehen, sondern die auch heute noch grassierenden Unsitten konstatiert: Aufblähung der Arbeiten, "Wattierung" der Literatur, Mehrfachpublikationen, Mehrfachreferierungen, Wunschpublikationen für Chefs, Redakteure und Inserenten. Die Unseriosität, ja "Schamlosigkeit" mancher Inserate, insbesondere von Kurpfuscheranzeigen, wurde schon frühzeitig kritisiert (z.B. H.-E. Richter, 1874). Hierbei dominierten bis zu den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts die Bäder- und Mineralwasseranzeigen bei weitem, erst dann mehrten sich die Pharmaanzeigen. "Ganze Nummern solcher Fachblätter kann man ruhig ungelesen zur Seite legen" urteilte 1904 der Berliner Pathologe Prof. Dr. Hans Kohn.

Auftritt mit spitzen Federn

Die Stellung der medizinischen Fachpresse zu stärken und ihre Arbeitsbedingungen - besonders bei der Kongressberichterstattung - wesentlich zu verbessern, war Anliegen zweier Publikationen von Prof. Dr. Albert Eulenburg und Dr. Julius Schwalbe, beide damals Schriftleiter der in Berlin ansässigen "Deutschen Medicinischen Wochenschrift" (DMW) neben der "Münchener Medicinischen Wochenschrift" (MMW) das führende überregionale Organ. Ihnen schwebte eine freie Vereinigung der gesamten deutsch-sprachigen medizinischen Presse - einschließlich Österreichs und der deutschsprachigen Schweiz - vor, um deren Interessen stärker vertreten zu können. Als Vorbild diente die seit 1889 in Frankreich existierende "Association de la presse médicale", Traumziel war eine internationale Organisation der medizinischen Presse.

Am 25. September 1894 war es soweit: Die "freie Vereinigung der deutschen medicinischen Fachpresse" wurde anlässlich der 66. "Versammlung deutscher Naturforscher und Ärzte" in Wien gegründet. Der Berliner Neurologe Prof. Dr. Albert Eulenburg (1840-1917) wurde zum Geschäftsführer gewählt. Eulenburg, der kurze Zeit den Lehrstuhl für Pharmakologie in Greifswald innegehabt hatte und für den Wiener Verlag Urban und Schwarzenberg die aufsehenerregende 15-bändige "Real-Encyclopädie der gesamten Heilkunde" herausgegeben hatte (sie erschien mit noch mehr Bänden in vier Auflagen), war niedergelassener Neurologe in Berlin, von 1894 - 1903 Schriftleiter der DMW und danach (zusammen mit Prof. Posner) Teilhaber einer prominenten Gemeinschaftspraxis am Schiffbauerdamm. Berlin wurde vorerst zum Sitz der Vereinigung bestimmt. Mitglieder des vierköpfigen Vorstandsausschusses wurden der bekannte Nephrologe Prof. Dr. Carl Posner (Berliner klinische Wochenschrift), Dr. Bernhard Spatz (MMW), Dr. E. Fischer (Medicinisch-chirurgisches Centralblatt, Wien) und Dr. Emanuel Frank (Allgemeine Wiener medizinische Zeitung). Ein Jahr später zählte man bereits 37 Mitglieder, die 34 Zeitschriften repräsentierten. Kolleginnen waren allerdings noch nicht dabei - nur wenige Universitäten ließen damals die "ihrer körperlichen und geistigen Veranlagung nach begrenzten Frauen" (Henius, 1895) Medizin studieren.

Das später veröffentlichte Statut der Vereinigung sieht vor, "das Ansehen und den Einfluss der medicinischen Fachpresse zu heben" und verlangt ein "geschlossenes Vorgehen gegenüber unberechtigten und schädlichen Bestrebungen, insbesondere gegen Auswüchse der medicinischen Journalistik". Der kämpferische Geist der Vereinigung wurde deutlich, als der Vorstand der "Gesellschaft deutscher Naturforscher und Ärzte" auf Anträge zur Berichterstattung von der Tagung 1895 in Lübeck nicht rechtzeitig reagierte. "Es ist dies eine Rücksichtslosigkeit der medizinischen Journalistik gegenüber, die wir nicht genug rügen können", war in der DMW zu lesen. Allerdings wurde dann auf der Tagung, die nun regelmäßig Anlass der Jahresversammlung der Vereinigung wurde, ein ehrgeiziges Vorhaben verwirklicht, das auch Bestandteil des Status war: eine gemeinsame Berichterstattung der Vereinigung durch 5 für die Hauptsektionen entsandte Spezialberichterstatter zur Gewährleistung hochwertiger und schneller Referierung.

1896 wurden 37 Zeitschriften von 39 Mitgliedern repräsentiert. In den vierköpfigen Ausschuß kamen der bedeutenden Gastroenterologe Prof. Dr. Carl Anton Ewald (Berliner klinische Wochenschrift), Prof. Dr. M. Mendelsohn (Zeitschrift für Krankenpflege), Dr. Heinrich Adler (Wiener Medicinische Wochenschrift) und Prof. Dr. Honigmann (Wiesbaden). Kein geringerer als Rudolf Virchow (Archiv für pathologische Anatomie und Physiologie und klinische Medizin, seit 1902 Virchow's Archiv) wurde zum Ehrenmitglied ernannt.

Im internationalen Rampenlicht

Bereits 1894 gab es Bestrebungen zwischen dem Generalsekretär der Association de la presse médicale (Paris) und Prof. Posner (Berlin), ein "Comité international de la presse médicale" zu gründen. Das Projekt scheiterte am Widerstand der deutschen Schriftleiter, die das Programm (vor allem gemeinsame Organisation der Kongressberichterstattung) als begrenzt ansahen.

Am 01.07.1901 kam es dann zur Gründung der "Union Internationale de la Presse Médicale" (UIPM) in Paris durch die Berufsverbände der belgischen, italienischen und französischen medizinischen Presse. Erst 1902 beschloss die deutsche Vereinigung unter ihrem neuen Vorsitzenden Dr. Heinrich Adler (Schriftleiter der Wiener medicinischen Wochenschrift von 1888 - 1909) den Beitritt. Weitere nationale Verbände traten hinzu, so dass schließlich 16 europäische Organisationen Mitglieder waren.

Ziel der internationalen Vereinigung waren (Artikel 2 der Satzung) die Vertretung der materiellen und ethischen Interessen der Medizinpresse, die Förderung der übernationalen Verbreitung der Publikationen, die Überwachung der Berufsethik und der Schutz des geistigen Eigentums, die Organisation gemeinsamer Veranstaltungen (alle zwei Jahre ein Kongress mit Generalversammlung) sowie die Publikation von Arbeiten und die Vergabe von Preisen. Der erste Weltkrieg beendete aber die Arbeit der UIPM. Sie wurde zwar 1925 erneut gegründet, aber existierte - bald ohne deutsche Beteiligung - wieder nur bis zum Zweiten Weltkrieg.

Der Vorstand der deutschen Vereinigung, Sanitätsrat Dr. Siegmund Vollmann (Schriftleiter des Aerztlichen Vereinsblattes für Deutschland von 1916-1933, vorher acht Jahre bei der Berliner klinischen Wochenschrift) verfasste 1929 eine Erklärung zum "Mißbrauch medizinischer Publizistik", die im "Aerztlichen Vereinsblatt" vom 21.08.1929 (1930 in "Deutsches Ärzteblatt" umbenannt) abgedruckt wurde. Darin wird gefordert, dass der Verfasser von Empfehlungen für Heilmittel selbst unbedingt persönliche Erfahrungen mit den Präparate-Wirkungen haben muss. Außerdem werden mehrere Beispiele unseriöser Heilmittelwerbung mit Namensnennung angeprangert.

1933 wurde die deutsche Vereinigung zum letzten Mal im Reichs-Medizinal-Kalender dokumentiert. Sie hatte jetzt 125 Mitglieder. Vorsitzender war Dr. Viktor Salle (Schriftleiter der Klinischen Wochenschrift, Berling, seit 1922). Als Schriftführer fungierte der jüdische Pharmakologe Priv.-Doz. Dr. Paul-Oswald Wolff (DMW), der bereits im März seine Stellung verlor und emigrierte.

Für 1000 Jahre in die Versenkung

Schon bald nach der Machtergreifung Hitlers am 30. Januar 1933 war die "Gleichschaltung" aller Berufsverbände im nationalsozialistischen Sinn eingeleitet worden. Der Vorsitzende des "Nationalsozialistischen Deutschen Ärztebundes" und spätere "Reichsärzteführer", Dr. Gerhard Wagner, schrieb am 30. März 1933 im Deutschen Ärzteblatt: "Voraussetzung für die Neuordnung des Ärztestandes ist aber die Gleichschaltung seiner Leitung im Geist und Willen mit der erwachten Nation." Wagner betonte ganz klar "den Charakter der rein autoritären einheitlichen Führung".

1934 wurde vom Preußischen Staatsministerium ein Gesetz erlassen, wonach bei den Ärztekammern die Mitgliederversammlungen keine Beschlüsse mehr fassen durften. Das blieb den Vorständen vorbehalten, und diese wurden vom Innenminister ernannt. Abweichende Meinungen wurden unterdrückt, erstaunlich gering war die Opposition. Eugenik und Rassenhygiene wurden das Fundament der "Neuen Deutschen Heilkunde". Dafür sorgte Wagner zuerst als Kommissar, dann als Vorsitzender der ärztlichen Spitzenverbände, den Deutschen Ärztevereinsbund und den Verband der Ärzte Deutschlands (Hartmannbund), die schließlich 1936 - wie die regionalen Ärztekammern - aufgelöst wurden.

Im Juli 1933 wurde ein neuer Vorstand der Vereinigung gewählt: 1. Vorsitzender wurde Dr. Karl Haedekamp (Schriftleiter der Ärztlichen Mitteilungen von 1923 - 1939, seit 01.07.1933 vereint mit dem Deutschen Ärzteblatt), 2. Vorsitzender Dr. Viktor Salle, Schriftführer Dr. Curt Walder (seit 1928 ärztlicher Geschäftsführer des Deutschen Ärztevereinsbundes in Potsdam, 1936 dieselbe Funktion bei der Reichsärztekammer in Berlin). Weitere Vorstandsmitglieder waren der Berliner Ordinarius für innere Medizin Prof. Dr. Gustav von Bergmann, Priv. Doz. Dr. Alexander von Domarus (Klinische Wochenschrift) sowie Dr. Hans Spatz (MMW). Der neue Vorstand konnte sich aber nicht lange halten. Haedekamp war Mitglied und Reichsabgeordneter der monarchistischen Deutschnationalen Volkspartei gewesen, die Hitler zwar in den Sattel half, aber im Juni 1933 unter Druck aufgelöst worden war. Haedenkamp trat erst 1934 der NSDAP bei. 1939 wurde er von "Reichsgesundheitsführer" Dr. Leonardo Conti - dem Nachfolger des an Krebs gestorbenen Wagner - in den marineärztlichen Dienst abgedrängt, da dieser keine Basis für "eine vertrauensvolle Zusammenarbeit" sah. Nach dem Krieg war er als Hauptgeschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft der westdeutschen Ärztekammern wieder einer der einflußreichsten Ärztefunktionäre.

Schon im Oktober 1933 übernahm mit der "Umstellung auf das Führungsprinzip" der Mitbegründer des NS-Ärztebundes, Dr. Kurt Klare, Leiter der Tuberkulose-Kinderheilstätte in Scheidegg/Allgäu (und Schriftleiter der "Praktischen Tuberkuloseblätter", seit 1934 "Deutsches Tuberkulose-Blatt" als Monatsbeilage der DMW) ohne Wahlverfahren den Vorsitz. Schriftführer wurde der Röntgenologe Priv.-Doz. Dr. Artur Pickhan (Nachfolger des entlassenen Wolff bei der DMW). Im Dezember 1933 wurde Klare vom Reichsärzteführer Wagner zum Beauftragten für die gesamte medizinische Fachpresse ernannt. Klare war hierfür der richtige Mann, denn er hatte sich schon um die Gleichschaltung der Publikationen und um das Berufsverbot für jüdische Schriftleiter und Verleger gekümmert. "Nach dem endgültigen Abschluss der Gleichschaltung werden wir fortlaufend die medizinische Fachpresse überwachen und die Zeitschriften auf die Boykottliste setzen, die sich gegen den deutschen Geist versündigen", hatte er in seinem Artikel "Umstellung der medizinischen Fachpresse" im Deutschen Ärzteblatt verkündet. Unterstützung konnte er immer bei Reichsschriftumskammer und Reichspressekammer finden, die Verlage einfach durch Ausschluss stillegten. Klare sollte 1934 Präsident des Reichstuberkulose-Ausschusses werden, erhielt das Amt aber nicht, sondern nur eine Honorarprofessur an der Universität München. 1939 - nach dem Tod Wagners - zog er sich nach Bielefeld zurück, um sich literarisch zu betätigen. 1940 wurde er der Universität Münster "zugewiesen".

Während des Krieges erhob er Einspruch gegen das Euthanasieprogramm T4 für "lebensunwertes Leben" (A. Mitscherlich und F. Mielke).

Ab 01.01.1934 wurde die ärztliche Standespresse vereinheitlicht. Der Reichsärzteführer genehmigte außer den Spitzenblättern "Ziel und Weg" (die seit 1931 erscheinende Zeitschrift des NS-Ärztebundes) und "Deutsches Ärzteblatt" von den bis dahin 32 Standesblättern nur noch 13 regionale "Ärzteblätter" mit Lokalnachrichten ohne eigenen politischen Textteil. 1935 wurde unsere Vereinigung im Reichs-Medizinal-Kalender nicht mehr erwähnt. (Interessant ist die zeitlich entsprechende Entwicklung in der Sowjetunion: 1932 wurden hier auf Beschluss des Zentralkomitees der KpdSU alle literarischen Organisationen aufgelöst. 1934 wurde der "Verband der Sowjetischen Schriftsteller gegründet, der die von Funktionären festgelegten Normen des "Sozialistischen Realismus" propagierte nach dem Strickmuster: national in der Form, sozialistisch im Inhalt.)

Wiederauftauchen im alten Federkleid

Während es 1939 noch 263 medizinische Zeitschriften in Deutschland gab, wurden es während des 2. Weltkriegs infolge der Rohstoff-Verknappung und den Zwang zur Papierersparnis immer weniger. Im Oktober 1944 wurden DMW, MMW, Medizinische Klinik, Medizinische Welt und Wiener Medizinische Wochenschrift zu einer monatlichen Kriegsgemeinschaftsausgabe "Medizinische Zeitschrift" zusammengelegt, die im J.F. Lehmanns Verlag, München, herauskam. 1945 erschien nach Kriegsende keine einzige medizinische Zeitschrift mehr. Es gab infolgedessen einen ungeheuren Nachholbedarf, um den Anschlus an das internationale wissenschaftliche Schrifttum wiederzufinden. So kamen zwischen 1945 und 1948 in jedem Monat durchschnittlich zwei neue medizinische Zeitschriften heraus. Während die DMW bereits 1946 wieder erschien, dauerte es bei der MMW - wegen des NS-Engagements des J.F. Lehmanns-Verlages - aber bis 1950.

1950 war auch das Jahr, in dem - unter Einbeziehung der Standespresse - die "Vereinigung der Deutschen Medizinischen Fach- und Standespresse" neugegründet wurde. Der Beschluss dazu erfolgte unter Vorsitz des Frankfurter Internisten Prof. Dr. Franz Vollhard anläßlich der 56. Tagung der Deutschen Gesellschaft für innere Medizin in Wiesbaden am 19. April. Die Schriftführung übernahm wieder - wie 1933 - Dr. Curt Walder (Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt). Im selben Jahr wurde Dr. Hans Spatz (Schriftleiter der MMW von 1930 - 1962), der Sohn des Gründungsmitglieds Dr. Bernhard Spatz zum 1. Vorsitzenden gewählt. Vorstandsmitglieder wurden außerdem Dr. Carl Oelemann (Ärztliche Mitteilungen, Bad Nauheim) und Dr. Berthold Rodewald (Ärztliche Mitteilungen ab 1952), die Ärztekammer-Präsidenten von Hessen und Schleswig-Holstein.

Die Vereinigung verfolgte nun wieder das Ziel, unsere "Blätter von Mißbräuchen sprachlicher, merkantilistischer und geschmacklicher Art" freizuhalten und die Schriftleiter bei Auseinandersetzungen zu unterstützen. Die Jahresversammlungen fanden jetzt immer anläßlich des Wiesbadener Internisten-Kongresses im April statt, obwohl im Herbst 1950 nach 12jähriger Pause die "Versammlung deutscher Naturforscher und Ärzte" auch wieder zusammentrat. Nach der Neugründung der "Union Internationale de la Presse Médicale" 1953 erreichte Spatz bald die Wiederaufnahme der deutschen Vereinigung und übernahm 1959 den Vorsitz ihres vierten Internationalen Kongresses (nach dem Krieg) in Köln. Von 1959 bis 1961 war er auch Vizepräsident der UIPM.

Nach der Pensionierung von Spatz wurde 1962 sein Nachfolger bei der MMW, Prof. Dr. Walter Trummert, 1. Vorsitzender der Vereinigung, die jetzt wieder auf 83 Mitglieder angewachsen war. Als 2. Vorsitzender wurde Dr. Ferdinand Oeter (Deutsches Ärzteblatt) wiedergewählt, Schriftführer wurde Dr. Karlheinz Reese (Der deutsche Arzt). Der als besonders dynamisch und sprachbegabt bekannte Trummert, der auch gern zu "auffälligen Autoren" (Soll-, Viel- und pathologische Schreiber) Stellung nahm, wurde ebenfalls zum Vizepräsidenten der UIPM gewählt. Auf deren 5. Internationalen Kongress in Turin 1961 wurde ein "Internationaler Kodex der medizinischen Presse" verabschiedet, der unter anderem verlangt, dass Autoren und Schriftleiter in ihrer Arbeit völlige wissenschaftliche Freiheit unter Ausschluss jeder ökonomischen Interessen haben müssen. Bei Polemiken sollen nur sachliche Argumente, aber keine persönlich beleidigenden Formulierungen verwendet werden. Auf dem 8. Internationalen Kongreß der UIPM in Prag 1967 finden wir als einzigen deutschen Referenten Prof. Dr. Gustav Wagner, Vereinigungsmitglied seit 1961, mit dem Vortrag "Aktuelle Probleme auf dem Gebiet der Dokumentation und Information".

Französisches Parkett mit Tücken

Nach dem überraschenden Tod von Trummert (1971) im Alter von 50 Jahren wurde 1972 Prof. Dr. Hans-Werner Koeppe (Medizinische Klinik) langjähriger 1. Vorsitzender der Vereinigung. Als 2. Vorsitzender folgte auf Prof. Dietrich Langen (Klinik und Poliklinik für Psychotherapie der Universität Mainz) nach dessen Tod 1980 Prof. Dr. Gustav Wagner (DKFZ Heidelberg). Schriftführer wurde der Generalsekretär der Medica, Dr. Rolf-Detlev Berensmann.

Koeppe richtete 1973 in München den 10. Internationalen Kongress der UIPM aus, auf dem er als Nachfolger von Trummert zum Vizepräsidenten gewählt wurde. Allerdings ist die UIPM seit 1977 praktisch nicht mehr tätig gewesen, obwohl sie noch existierte. Nachdem der Präsident des französischen Verlegerverbandes "Syndicat Nationale de la Presse Médicale" auch Präsident der UIPM geworden war, bestand an der Zusammenarbeit mit Medizinjournalisten kaum noch Interesse. Unter Koeppes Ägide wurde 1974 in Wiesbaden erstmals die Walter-Trummert-Medaille verliehen. eine von der Fa. Boehringer Mannheim gestiftete Silbermedaille mit Urkunde für besondere Verdienste auf dem Gebiet der medizinischen Publizistik. 1976 wurde beschlossen, neben Wiesbaden eine zweite Jahresversammlung während der Medica in Düsseldorf im November durchzuführen. Die Mitgliederzahl der Vereinigung stieg in dieser Zeit sprunghaft an (1982: 184 Mitglieder).

1987 folgte als 1. Vorsitzender Prof. Dr. Hans-Joachim Clemens (Klinische Wochenschrift). Sein besonderes Verdienst war es, zur rechtlichen Absicherung aus der freien Vereinigung 1991 einen "eingetragenen Verein" mit Eintrag in das Vereinsregister Stuttgart zu machen. Das erforderte nicht nur einen Mitgliedsbeitrag, sondern auch eine Überarbeitung der Satzung und die Hinzuziehung von Rechtsanwalt Maximilian Broglie (Wiesbaden) als Beisitzer in den Vorstand. Weiterer Beisitzer war Dr. Helga Schichtl (Medizinische Klinik), die erste Frau im Vorstand. Unter der Redaktion von Dr. Berensmann entstand 1991 erstmals das Mitgliederrundschreiben der FSP. Die Mitgliederzahl wuchs wiederum rapide, vor allem auch durch ostdeutsche Kollegen nach der Wiedervereinigung Deutschlands (1992: 370 Mitglieder). Leider scheiterten Verhandlungen von Clemens mit dem Deutschen Journalisten-Verband, mit dieser großen Organisation einen Kooperationsvertrag abzuschließen. Auch Bemühungen um die Reaktivierung der UIPM schlugen fehl.

1993 folgte Dr. Helmut Demus (Chefredakteur Ärztliche Praxis) Prof. Clemens als 1. Vorsitzender. Dr. Barbara Bittner (stellvertretende Chefredakteurin Medical Tribune) wurde als 2. Vorsitzende. Gerd G. Fischer (Generalsekretär der MEDICA e. V.) als Schrift- und Kassenführer, Max Broglie (Berufsverband Deutscher Internisten) als Beisitzer gewählt. Die Mitgliederzahl wuchs weiterhin, wobei die Zahl der Medizinjournalisten die der Schriftleiter überstieg. Mit 413 Mitgliedern (diese Zahl entsprach zu dieser Zeit der Zahl der deutschen medizinischen Fachtitel) hatte die Vereinigung eine stolze Größe erreicht. 1996 wurde Prof. Dr. Peter Sefrin, Würzburg, zum 1. Vorsitzenden gewählt, Christian Staehr zum Stellvertreter. Die Herren Fischer und Broglie wurden in Ihren Ämtern bestätigt. In dieser Zusammensetzung wurde der Vorstand 1999 und 2002 wiedergewählt. In dieser Zeit ist die Mitgliederzahl nochmals stark angestiegen - 2002 auf 680. Bemerkenswert dabei ist, dass keinerlei Werbung für den Verein oder eine Mitgliedschaft betrieben wird.

Neben den satzungsgemäßen Aufgaben setzte sich der Vorstand in diesen Wahlperioden sehr intensiv mit dem Thema Online / Online-Journalismus auseinander. Es wurden vielfältige Vergünstigungen für die Mitglieder ausgehandelt und die Gründung eines Dachverbandes federführend in die Wege geleitet.

 

Dieser Dachverband (Verband Deutscher Medizinjournalisten - VDMJ) existiert nunmehr seit 1999. Gleichberechtigte Partner des VDMJ sind neben der Vereinigung der Deutschen Medizinischen Fach- und Standespresse e. V. der Arbeitskreis Medizinpublizisten / Klub der Wissenschaftsjournalisten und das Kollegium der Medizinjournalisten.

Im Jahr 2001 wurde mit einem Jahr Verspätung in Wiesbaden das 50jährige Jubiläum nach der Neugründung gefeiert.

Die Vorstandsmitglieder Staehr und Broglie traten 2005 aus Altersgründen nicht mehr zur Wahl an. Ihnen wurde die Ehrenmitgliedschaft verliehen. Als Nachfolger wurden Dr. Julia Rautenstrauch (DKFZ) und als Beisitzer Karl-Heinz Patzer (Chefredakteur Ärztlichen Praxis, München) neu in den Vorstand gewählt. Die Herren Sefrin und Fischer wurden in ihren Ämtern bestätigt.

Bei der Mitgliederversammlung am 01.04.2008 wurden Prof. Sefrin als Vorsitzender, Dr. Julia Rautenstrauch als Stellvertreterin und Gerd Fischer als Schriftführer in ihren Ämtern bestätigt. Karl-Heinz Patzer trat aus Zeitgründen nicht mehr zur Wahl an. Als Nachfolger wurde Dr. Thomas Kron (ehem. Chefredakteur ÄrzteZeitung) gewählt.

 

Am 02.05.2011 wurde turnusgemäß ein neuer Vorstand gewählt. Die Herren Prof. Sefrin, Gerd G. Fischer und Dr. Thomas Kron sind auf eigenen Wunsch aus dem Vorstand ausgeschieden. Aufgrund ihrer langjährigen Verdienste wurde an die Herren Prof. Sefrin und Fischer die Ehrenmitgliedschaft verliehen. Neu gewählt wurden als 1. Vorsitzende Dr. Susanne Heinzl, als 2. Vorsitzender Dr. Oliver Erens, als Schrift- und Kassenführerin Dr. Julia Rautenstrauch und als Beisitzerin Dr. Wiebke Kathmann. Vornehmlichste Aufgabe des neuen Vorstands wird es sein, die Fusionierung der drei Mitgliedsverbände des VDMJ (FSP, Arbeitskreis und Kollegium) voranzutreiben.

 

(Die historische Recherche wurde aus Anlass des 100jährigen Bestehens - 1994 - durch den damaligen Vorsitzenden, Dr. Helmut Demus, durchgeführt. Unterstützt wurde er dabei von Christian Staehr mit Informationen aus dem Archiv des Georg Thieme Verlages und Herrn Dr. Wolfgang Smolka aus dem Archiv der Ludwig-Maximilians-Universität München. Die weiteren Daten wurden von Herrn Gerd G. Fischer, Stuttgart, nachgetragen.)

 

Übersichtsliteratur:

H.-W. Koeppe: "Vereinigung der Deutschen medizinsichen Fach- und Standespresse" in H.-D. Fischer (Hrsg.): Handbuch der Meizinkommunikation, Deutscher
Ärzteverlag, Köln 1988, S. 29n - 31.
Nachgedruckt im INFO 1/1991.
J. F. V. Deneke, R. E. Sperber: Einhundert Jahre Deutsches Ärzteblatt - 1872 - 1972. Serie. Dtsch. Ärztebl. 1972. Christian Staehr: Spurensuche. Ein Wissenschaftsverlag im Spiegel seiner Zeitschriften 1886 - 1986. Georg Thieme Verlag, Stuttgart-New York 1986. Einzelmitteilungen: beim Verfasser.


Aus Perspektive des Arbeitskreises Medizinpublizisten/Klub der Wissenschaftsjournalisten e. V.

Es ging um die Zukunft der Wissenswerte. Damals, in Bremen im Jahr 2005. Wer wird den noch ziemlich jungen Wissenschaftsjournalismus-Kongress weiter finanzieren, wer wird für seine programmliche Unabhängigkeit sorgen? Es gab besorgte Unterhaltungen auf den Gängen, und ganz spontan entschieden sich eine Handvoll Journalistinnen und Journalisten zu einer „Kooperationsinitiative“ Sie meinten, es sei jetzt endgültig an der Zeit, die Kräfte zu bündeln. Mitglieder der WPK, der TELI und des Arbeitskreises Medizinpublizisten/Klub der Wissenschaftsjournalisten (AKMed) trafen sich ein Jahr lang immer wieder, um über ein gemeinsames Engagement für die Wissenswerte und sogar über die Möglichkeit eines großen Dachverbandes aller Wissenschaftsjournalistinnen und – journalisten zu diskutieren.

Aus diesen Gesprächen entstand (noch?) nicht die große Vereinigung, aber die Bereitschaft zu gemeinsamen Aktivitäten. Und einigen AKMed-Mitgliedern wurde dabei klar, dass sie mit dem Kräfte-Bündeln ja auch schon mal vor der eigenen Haustür anfangen könnten. Dass sie nämlich tatsächlich schon so etwas wie einen Dachverband besaßen, den aber gar nicht richtig wahrnahmen - den VDMJ, den Verband Deutscher Medizinjournalisten.

Und jetzt wird die Geschichte verästelt, wie fast immer, wenn im Leben etwas wächst und nicht auf dem Reißbrett konstruiert wird. Der VDMJ, der Verband Deutscher Medizinjournalisten, ist ein Zusammenschluss dreier eigenständiger Mitgliedsverbände: des AKMed, des Kollegiums der Medizinjournalisten, und der Vereinigung der Deutschen Medizinischen Fach-und Standespresse (FSP). Auf deren Initiative hin wurde 1999 der gemeinsame Dachverband gegründet, treibende Kraft war Christian Staehr, der ehemalige Schriftleiter des Thieme-Verlages. Staehr war lange im Vorstand der FSP aktiv, ist aber auch Mitglied im AKMed. „Seiner Initiative ist die Geburt des VDMJ zu verdanken“ sagt Julia Rautenstrauch, Geschäftsführerin des VDMJ und Vorstandsmitglied der FSP, ,,Staehr erkannte schon damals mit Weitblick, dass nur mit einer gemeinsamen Organisation der Medizinjournalismus in Deutschland adäquat vertreten ist und Einfluss nehmen kann. Der VDMJ blieb aber letztlich ein Hilfskonstrukt, weil damals die drei beteiligten Organisationen noch nicht zu einer echten Gemeinschaft bereit waren und so nur einen losen Zusammenschluss verabschiedeten.“

Das hat sich jetzt geändert. Dass es etwas länger gedauert hat, ist nicht so ganz erstaunlich, wenn man einen Blick auf die Geschichte der drei sehr unterschiedlichen Gruppierungen wirft. Die FSP hat die bei weitem längste (und bei weitem die meisten Mitglieder): Ihre Wurzeln gehen zurück bis in das 19. Jahrhundert. Auf der Versammlung der Gesellschaft deutscher Naturforscher und Ärzte im September 1894 in Wien wurde die „freie Vereinigung der deutschen medicinischen Fachpresse“ gegründet. Zum ersten Geschäftsführer wählten die Herren den Berliner Neurologen Professor Albert Eulenburg, der eine „Real-Encyclopädie der gesamten Heilkunde“ herausgegeben hatte. Ziel der Vereinigung war es, „das Ansehen und den Einfluss der medicinischen Fachpresse zu heben“ und geschlossen vorzugehen „gegenüber unberechtigten und schädlichen Bestrebungen, insbesondere gegen Auswüchse der medicinischen Journalistik.“

Einen besonders guten Ruf hatte die medizinische Journalistik anscheinend auch 1965 noch nicht, als das Kollegium der Medizinjournalisten gegründet wurde. Auf der Homepage des Kollegiums ist zu lesen: „In den sechziger Jahren war der Beruf des Medizinjournalisten keineswegs anerkannt. Ärzte - häufig noch durchaus „Halbgötter in Weiß" - sahen in den schreibenden Ärzten vorwiegend verkrachte Existenzen und waren nur selten bereit, mit ihnen auf gleicher Augenhöhe zu diskutieren.“ Das Kollegium verstand sich als ein Freundeskreis aus Ärzten und Journalisten, zu den Gründungsmitgliedern gehörten Hans Mohl, der Doyen des Medizinjournalismus im Fernsehen, und Thomas von Randow von der ZEIT.

Nicht alle Freunde blieben zusammen: Zehn Jahre später spaltete sich aus dem Kollegium der „Arbeitskreis Medizinjournalisten/Club der Wissenschaftsjournalisten“ ab. 1975 hatte es auf der Kollegiumssitzung heftige Debatten gegeben, unter anderem über die Abhängigkeit von Industriesponsoren. Rosemarie Stein erinnert sich an den Beginn des Arbeitskreises so: „Daraufhin verließen nacheinander sieben — überwiegend jüngere und erst seit kurzem dem Kollegium angehörende — Mitglieder unter Protest die Sitzung. Sie beschlossen noch im Hotelfoyer am selben Abend die Gründung eines unabhängigen Arbeitskreises.“ Dabei waren auch Rainer Flöhl und Reiner Korbmann. Das oberste Ziel des Arbeitskreises: „Förderung einer verantwortungsbewussten, sachgerechten, unabhängigen Berichterstattung aus den medizinischen Wissenschaften, der gesundheitlichen Aufklärung und der Gesundheitspolitik in allen publizistischen Medien.“ Ein Ziel, das sich auch der VDMJ auf seine Banner geschrieben hat.

Ein bisschen erinnerten Diskussionen auf VDMJ- Sitzungen manchmal an den Streit um die und in der Ökumene: Viele Differenzen ließen sich nur historisch verstehen. Drei unterschiedliche Traditionen des Medizinjournalismus und des Nachdenkens über Medizinjournalismus mussten zusammenfinden. Es ist dem Engagement von Julia Rautenstrauch, Joachim Ortleb (AKMed) und Torsten Hoffmann (Kollegium) zu verdanken, dass das tatsächlich gelungen ist. Sie nahmen die mühsame Arbeit auf sich, für einen neuen gemeinsamen Verein eine Satzung zu erarbeiten, die für alle Mitgliedsorganisationen akzeptabel ist. Torsten Hoffmann erinnert sich: „ In der geographischen Mitte unserer Standorte, im oberbayerischen Memmingen, haben wir uns in einem Dorfgasthof getroffen, um bis spät in die Nacht hinein den gemeinsamen inhaltlichen Entwurf und die erste gemeinsame Satzung „zusammenzubasteln.““

Inzwischen ist die Satzung auch juristisch abgesegnet, und das nicht ganz unkomplizierte Procedere, wie aus drei so unterschiedlichen Zusammenschlüssen ein gemeinsamer Verein werden kann, ist geregelt. Auf den Wissenswerten in Bremen wird die erste gemeinsame Mitgliederversammlung des neuen VMWJ (Verband der Medizin- und Wissenschaftsjournalisten) stattfinden, mit der Wahl eines gemeinsamen Vorstandes und programmatischen Überlegungen. Der VMWJ ist dann „ die weltweit zweitgrößte und Europas größte Medizin- und Wissenschaftsjournalistenvereinigung“, wie es im letzten Rundbrief an das Kollegium der Medizinjournalisten heißt.

Für viele war es im Vorfeld die Gretchenfrage: „Wie hältst Du es mit der PR?“. In der neuen Satzung steht klar: „ Die Mitglieder müssen die Satzung des VMWJ sowie seine Standards, insbesondere über die Trennung von PR und Journalismus einhalten.“ Diese Standards hochzuhalten und immer wieder auch das eigene Verhalten, die eigene journalistische Distanz und Unabhängigkeit kritisch zu reflektieren, wird zu den wichtigen Aufgaben innerhalb des VMWJ gehören.

Der neue VMWJ will das Engagement und die Kompetenz seiner Mitglieder bündeln und stärken. Mit Fortbildungsveranstaltungen und Diskussionsforen, wie im November auf den Wissenswerten, wo es um Pharma-Lobbyismus gehen wird. Mit Stipendien für junge Wissenschaftsjournalismus-Studentinnen und – Studenten, mit Recherche-Stipendien für investigativen Medizin-Journalismus, mit seinem Engagement für den „Medien-Doktor“, mit dem „Europäischen Journalistenpreis“. Engagierte Diskussionen und konzertierte Aktionen sind nötig in einer Zeit, in der die Arbeitsbedingungen – ganz besonders für freie Medizinjournalistinnen und –journalisten - immer prekärer und die Entwicklungen im Gesundheits- und Medizinsystem immer unübersichtlicher werden.

Noch ein Wort zum neuen Namen: Wohin ist das D des VDMJ verschwunden, und wo kommt das W her? Der VMWJ will europäischer werden und engeren Kontakt zu den Kolleginnen und Kollegen in der Schweiz und in Österreich suchen. Und das W hat der AKMed mitgebracht. Viele seiner Mitglieder verstehen sich in erster Linie als Wissenschaftsjournalisten, mit einem Fokus auf Medizin- und Gesundheitsthemen. Fein säuberlich nach Sparten trennen lassen sich die wirklich drängenden gesundheits-, wissenschafts- und gesellschaftspolitischen Fragen ohnehin nicht.

Auf seiner ersten Mitgliederversammlung, auf den Wissenswerten in Bremen, die es zum Glück immer noch gibt, wird der VMWJ sich auch dafür einsetzen, die Wissenswerte weiter zu stärken. Und eine konstruktive Zusammenarbeit mit der WPK und der TELI anstreben. Wer weiß, vielleicht wird es ja dann eines Tages einen Dachverband der anderen Art geben....

Regina Oehler