Aktuelles
15.10.2018

VMWJ Medizin- journalisten- preis

Deutscher Medizinjournalistenpreis 2017: Moritz Aisslinger ist es gelungen, einen bewegenden Text zu verfassen, der überraschende Erkenntnisse vermittelt, und der keinen Leser kalt lassen kann.

Am vergangenen Freitag haben wir den von der Bayer Vital GmbH mit Euro 5.000,- ausgestatteten Deutschen Medizinjournalistenpreis verliehen. Ausgezeichnet wurde Moritz Aisslinger für herausragende medizinjournalistische Berichterstattung. Die Jury hatte in diesem Jahr 51 Bewerbungen aus den Bereichen Print und Online zu beurteilen.

Unser Vorstands- und Jurymitglied Dr. Thomas Bleich, Wissenschafts- und Medizinredakteur beim ZDF in Mainz, betonte in seiner Laudatio, dass es dem Autor gelungen ist, den Leser auf eine spannende Reise in die Gedankenwelt eines an der neurologischen Erkrankung "Amyotrophe Lateralsklerose" betroffenen Menschen mitzunehmen. Der Patient ist nicht mehr in der Lage mit der Wange zu zucken oder mit den Augen zu blinzeln oder mit seiner Umgebung zu kommunizieren.

Im Artikel dreht sich alle um die Kernfrage "Was mag der Patient wohl denken" und Moritz Aisslinger begegnet all den darum rankenden Fragen mit klaren Worten: Er schildert, wie neurobiologische Signale – nichts anderes sind Gedanken – aufgezeichnet und als "ja" oder "nein" gedeutet werden können, ohne dass sich der Denkende bewegen oder einen einzigen Ton sagen muss. Mit sprachlicher Leichtigkeit nimmt Moritz Aisslinger dabei den Leser mit, auf einen fundierten Exkurs zum Thema "Locked In Syndrom". Er beschreibt wie  Blutflussveränderungen des Gehirns beim Denken mit Hilfe von Infrarot-Sonden in Computersignale übersetzt werden können.

Moritz Aisslinger ist es gelungen, einen bewegenden Text zu verfassen, der überraschende Erkenntnisse vermittelt, und der keinen Leser kalt lassen kann. Er bewegt sich virtuos zwischen verschiedenen Darstellungsformen: Der Reportage und dem Portrait. Und er streut dabei immer wieder allgemeinverständlichen erklärenden Sachtext ein, der Hintergrundinformationen liefert.

Im Portrait des Hirnforschers Nils Birbaumer legt er dessen faszinierende Geschichte dar, legt offen, was ihn antreibt, vor welchen Hürden er steht – und was sein großes Lebensziel ist: Dass Patienten wie Fabio Furin in Zukunft über ihre Gedanken nicht nur auf geschlossene Fragen mit einem "Ja" oder "Nein" reagieren, sondern dass sie von sich aus wieder ganze Worte äußern können.

Den Beitrag von Moritz Aisslinger lesen Sie im Volltext hier:
www.zeit.de/2017/47/hirnforschung-niels-birbaumer-gedankenlesen-gelaehmte-patienten/komplettansicht