Aktuelles
10.10.2013

Medien-Doktor

Neues BMBF-Projekt mit dem Deutschen Cochrane Zentrum: Vom Fachartikel über Pressemitteilungen in die Medien.

Wie gut werden Patienten, Angehörige, Ärztinnen und Ärzte mit neuen Nachrichten aus der Medizin versorgt? Und wer trägt die Schuld, wenn falsche oder übertriebene Meldungen bei Patienten unbegründete Hoffnungen wecken? Diesen Fragen geht das Projekt „Medien-Doktor“ an der TU Dortmund im Rahmen eines neuen Forschungsvorhabens nach. Durchgeführt wird das Projekt vom Lehrstuhl Wissenschaftsjournalismus in Kooperation mit dem Deutschen Cochrane Zentrum am Universitätsklinikum Freiburg. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Vorhaben an beiden Standorten mit insgesamt rund 450.000 Euro für drei Jahre, 300.000 Euro davon erhält die TU Dortmund.

Studien aus anderen Ländern deuten bereits an, dass Medizin-Nachrichten keineswegs nur in den Massenmedien verfälscht und übertrieben werden. „Das Problem beginnt häufig schon mit der wissenschaftlichen Pressemitteilung oder gar mit der Zusammenfassung von Fachartikeln selbst“, sagt Projektleiter Holger Wormer, Professor für Wissenschaftsjournalismus an der TU Dortmund. In dem nun gestarteten Forschungsprojekt soll daher die Qualität medizinischer Informationen entlang der gesamten Kette von der Studienveröffentlichung in einer Fachzeitschrift über die wissenschaftliche Pressemitteilung bis hin zum Beitrag in den Massenmedien verglichen werden. Zusammen mit den Freiburger Kooperationspartnern wird dabei auch untersucht, welche Informationen bei Ärzten, Betroffenen und Laien ankommen.

Eine wesentliche Komponente des Forschungsvorhabens wird auch das bereits etablierte Dortmunder Projekt „Medien-Doktor“ darstellen. Nach dem Vorbild eines „peer review“ bewerten dabei zwei Gutachterinnen und Gutachter aus einem Pool von erfahrenen Wissenschafts- und Medizinjournalisten Gesundheitsnachrichten aus Zeitungen, Magazinen, Online-Medien, Fernsehen und Radio nach definierten Kriterien. Die Ergebnisse der journalistischen Gutachten sind unter www.medien-doktor.de einsehbar und repräsentieren eine Auswahl zwischen Best- und Worst-Practice-Beispielen aus dem deutschen Medizinjournalismus (seit Mai 2013 auch aus dem Umweltjournalismus). Ergänzt wird das Angebot durch Recherchetools sowie weitere Angebote zur Weiterbildung von Journalistinnen und Journalisten. Das bisherige „Medien-Doktor“-Projekt war im Jahr 2011 für den Grimme Online Award nominiert und landete bei der Wahl zu den „Journalisten des Jahres 2011“ des medium magazins unter den Top 3 der Kategorie Wissenschaft.

Weitere Informationen:
www.medien-doktor.de